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Cannabis als Medizin

Seit März 2017 kann in Deutschland jeder Arzt einer beliebigen Fachrichtung unter gewissen Voraussetzungen medizinisches Cannabis verschreiben. In Ländern wie China und Ägypten wurde Cannabis bereits vor vielen 1000 Jahren als Heilmittel gegen verschiedene Erkrankungen eingesetzt, nach Europa kam die Heilpflanze erst im 19. Jahrhundert. Heutzutage erntet die Pflanze mit ihren Wirkstoffen viel Kritik und das oft unberechtigt, denn einige Studien konnten bereits positive Ergebnisse bei der Behandlung von diversen Symptomen nachweisen. Dadurch konnte Cannabis auch einige Befürworter aus der Medizin für sich gewinnen. Kritiker der Pflanze sehen darin allerdings auch eine Verharmlosung des Cannabiskonsums, schließlich ist die Pflanze, auch Gras oder Marihuana genannt, als Droge bekannt. Doch auch unter den Cannabis-Pflanzen gibt es unterschiedliche Arten und nicht alle haben dieselbe Wirkung, die den negativen Ruf der Pflanze begünstigen.


Was ist Cannabis?

Cannabis ist der lateinische Begriff für die Hanfpflanze. Sie enthält mehr als 60 sogenannte Cannabinoide, das sind spezifische Inhaltsstoffe mit pharmakologischer Wirkung. Die Hauptwirkstoffe der Pflanze sind das Tetrahydrocannabinol (THC) und das Cannabidiol (CBD). Die Menge und die Zusammensetzung der Cannabinoide kann je nach Sorte der Pflanze erheblich schwanken. Entsprechend dieser Zusammensetzung ergibt sich auch die jeweilige Wirkung auf den menschlichen Körper.


Was ist medizinisches Cannabis?

Medizinisches Cannabis dient der Behandlung oder Linderung einer Beschwerde, eines Symptoms oder einer Erkrankung, nicht dem Genuss. Jede Cannabissorte, die eine effektive Menge von aktiven Cannabinoiden beinhaltet, kann als medizinisches Cannabis gelten. Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC) sind dabei die am umfassendsten erforschten Cannabinoide der Hanfpflanze.

CBD hat eine schmerzstillende Wirkung. Damit kann CBD bei Gelenkschmerzen, aber auch Kopfschmerzen (Migräne) und Menstruationsschmerzen eine positive Wirkung haben. Auch bei Epilepsie und Arthritis wurde CBD bereits wirksam eingesetzt.

THC dagegen wird zur Behandlung therapierefraktärer Schmerzen sowie gegen Spastiken bei Multipler Sklerose eingesetzt. Außerdem wirkt es bei chronischen oder neuropathischen Schmerzen oder auch bei Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen als Folgesymptome einer Chemotherapie.


THC vs. CBD 

Die beiden Wirkstoffe unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich ihrer chemischen Struktur und den damit verbundenen Effekten. Diese Unterschiede bestimmen über Einsatz und Legalität. Als bedeutendster Unterschied gilt der Einfluss der Cannabinoide auf die Psyche: THC wirkt psychoaktiv und kann süchtig machen, CBD hingegen nicht.

Deshalb ist es wichtig, zwischen den beiden Cannabinoiden differenzieren zu können – denn der negative Ruf von THC gilt nicht für CBD. THC wird hauptsächlich mit Marihuana und den berauschenden Zuständen der Hanfpflanze in Verbindung gebracht. Es fällt unter das Betäubungsmittelgesetz (BTMG) und ist illegal. CBD dagegen ist für sein therapeutisches und unterstützendes Potenzial bekannt. Es ist frei verkäuflich und mittlerweile in verschiedenen Formen erhältlich, zum Beispiel direkt als Pflanze oder als Öl.


Forschungsergebnisse zu medizinischem Cannabis

Die Forschung zu medizinischem Cannabis ist noch sehr lückenhaft. Folgende Ergebnisse lassen sich dennoch festhalten:

In Bayern wurde die positiven Wirkungen von CBD auf Tumore erwiesen. Forscherinnen und Forscher des Münchener Uni-Klinikums konnten einen tumorbekämpfenden Effekt von hochreinem Cannabidiol für bösartige Glioblastome, der in Deutschland am weitesten verbreiteten Form des Gehirntumors, nachweisen. Das Cannabidiol tötet offenbar sehr effektiv die Zellen der Glioblastome, indem es das Zellwachstum unterbindet und so die Zellen im zeitlichen Verlauf eingehen.

CBD wird auch zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt. Ein wissenschaftliches Team aus Österreich und Italien untersucht aktuell die grundsätzliche Anwendbarkeit von Cannabidiol bei Epilepsie. Die Forschenden haben dabei festgestellt, dass CBD-Öl-basierte Lösungen einem breiten Spektrum an Epilepsie-Symptomen bei Erwachsenen und Kindern entgegenwirken.

Die Sackler School of Medicine in Tel Aviv führte eine Studie zu Effekten von Cannabis auf die Symptome von Morbus Crohn durch. Eine Einnahme zeigt eine Verbesserung der, subjektiv von den Teilnehmenden wahrgenommenen, Lebensqualität. Weiterhin führt die Einnahme zur Verbesserung von Schlaf, Linderung von Schmerzen, Abschwellung des Bauches, erhöht den Appetit und steigert das generelle Wohlbefinden.


Wie ist die Gesetzeslage?

Zwar darf jeder Arzt theoretisch medizinisches Cannabis verschreiben, aber nicht jeder Patient kann es sich auch verschreiben lassen. Dazu gibt es rechtliche Verordnungen, die nicht umgangen werden können:

Wie ist es zu bekommen?

Das Gesetz zur Legalisierung von medizinischem Cannabis sieht bisher keine Einschränkung in Bezug auf Krankheiten vor. Im Grunde genommen kann medizinisches Cannabis bei jeder Erkrankung von MedizinerInnen verschrieben werden. Viele Ärzte halten sich jedoch zurück und beschränken sich auf Erkrankungen, bei denen eine positive Wirkung von Cannabis bis zum jetzigen Zeitpunkt nachgewiesen oder zumindest aufgrund von Studien oder Untersuchungen vermutet wird.

Wer bekommt es verschrieben?

Es gibt keine gesetzlichen Indikatoren für die Verordnung von Cannabis. Generell gilt: Patienten müssen sich in ärztlicher Behandlung befinden und herkömmliche Behandlungsmaßnahmen bereits durchlaufen haben. Es muss eine diagnostizierte Krankheit mit einem gewissen Schweregrad vorliegen, bei der die bisherigen Behandlungen keinen positiven Effekt gezeigt haben. Kann die Behandlung mit Cannabis sinnvoll begleitet werden, kann ein Arzt Cannabis verschreiben.

Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Die Krankenkasse muss die Behandlung mit Cannabis genehmigen. Hierbei handelt es sich aber um medizinisches Cannabis mit einem THC-Gehalt. Reines CBD ist inzwischen frei verkäuflich und beinahe an jeder Straßenecke erhältlich. Das Gesetz legt fest, dass Krankenkassen den Antrag auf Behandlung aber nur in begründeten Ausnahmefällen ablehnen dürfen.


Fazit

Einige Forschungsergebnisse beweisen eine positive Wirkung von CBD bei speziellen Symptomen und THC ist insbesondere bei der Behandlung von Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung (oder Behandlung?) für viele Betroffene eine echte Alternative zu herkömmlichen Arzneimitteln. Das allein reicht aber noch nicht, um das negative Image völlig loszuwerden und das Vertrauen von Medizinern zu gewinnen. Insbesondere auch weil Kritiker die Heilpflanze in erster Linie noch immer als reine Droge sehen und es viele andere Arzneimittel gibt, deren Wirkung besser erforscht ist.Befürworter sind sich jedoch einig, dass es noch intensivere Forschungen benötigt, bis Cannabis regulär für bestimmte Therapien eingesetzt werden kann. Sie plädieren jedoch dafür, dass aufgrund der bereits vorliegenden Daten und den positiven Erfahrungen zwingend weiter geforscht werden sollte.

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